Dawidt, Doris

Doris Dawidt

Ich bin eines der Mitglieder der IGPP, die keine Philosophische Praxis haben – auch in absehbarer Zeit nicht. Ich fühle mich der Gesellschaft verbunden durch die Vorstellung, daß Philosophie in der Praxis – im Tätigsein – verortet sein sollte und letztendlich ist.

Haltung und Handlung des täglichen Lebens sind in vielen Bereichen philosophisch relevant. In meiner Tätigkeit als Krankenschwester auf der Intensivstation sehe ich mich mit einer Vielzahl philosophischer Themen konfrontiert. Da sind nicht nur die in schwerer Krankheit nahe liegenden Fragen, die sich um Sinn und Endlichkeit drehen oder die ethischen Dilemmata zu bewältigen – was alleine philosophische Herausforderung genug wäre – Fragen der Verantwortung, der Schuld müssen bearbeitet werden, unterschiedliche Menschenbilder und Haltungen soweit offen gelegt, toleriert und akzeptiert werden, daß gemeinsames handeln möglich wird. Schließlich stellen sich noch die großen Fragen der Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen, die aus meiner Sicht zentrale Themen der Pflege darstellen.

Meine Pläne orientieren sich nicht in Richtung Philosophischer Praxis, sondern zielen in Richtung Philosophie in der praktischen Tätigkeit der Pflegeberufe.

Wie die philosophischen Praktiker auch, versuche ich die Philosophie ins Leben zu holen, eine Brücke zu bauen, zwischen philosophischer Reflexion und den Aktivitäten des täglichen Lebens.

Ein solcher Versuch ist auch die Doktorarbeit, mit der ich mich aktuell intensiv beschäftige. Wie schon in der Magisterarbeit (Patientenverfügung – eine geeignete Hilfe?) steht das Ende menschlichen Lebens im Mittelpunkt: Autonomie am Ende des Lebens.

(Interessierte können eine Exposé unter dem Titel Diskussion lesen)

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