Satzung

SATZUNG
§ 1 Name, Sitz und allgemeiner Zweck

Die “Internationale Gesellschaft für Philosophische Praxis” e. V. (IGPP) mit Sitz in Stuttgart, verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts “Steuerbegünstigte Zwecke” der Abgabenordnung.

§ 2 Die besonderen Zwecke

Die besonderen Zwecke der IGPP sind orientiert am Begriff Philosophischer Praxis, die – beratend und nicht behandelnd – eine Weise geistiger Hilfe ist, also keine Heilpraxis oder Therapie.

1. Ziel der IGPP ist einerseits, geeignete Voraussetzungen zu schaffen, daß Menschen mit konkreten Fragen und Lebensproblemen wirksame und humane Hilfe auf der Grundlage praktischer Philosophie gewährt werden kann, die den ratsuchenden Menschen als autonome, selbstverantwortliche Person – auch in Gruppe und Institution – respektiert und fördert.

2. Ziel der IGPP ist andererseits, in wissenschaftlich-theoretischer Absicht die lange Tradition praktischer und praktizierter Philosophie durch geeignete Forschungen wieder verstärkt zu Bewußtsein zu bringen und zu fördern.

3. Ziel der IGPP ist es schließlich, die Zusammenarbeit der nationalen Gesellschaften für die Philosophische Praxis anzuregen und – soweit dies gewünscht wird – zu koordinieren. Insbesondere sieht es die IGPP als ihre Aufgabe an, anregend und unterstützend die internationalen Konferenzen zur Philosophischen Praxis in Planung und Durchführung zu begleiten.

§ 3 Die Verwirklichung der Zwecke

Die in § 2 genannten Satzungszwecke werden verwirklicht u. a. durch folgende Maßnahmen:

1. offene, jedermann zugängliche Veranstaltungen (Vorträge, Diskussionen, Kolloquien etc.), die auf übergreifende öffentliche Probleme und aktuelle Lebensfragen als Anspruch an philosophische Theorie und Praxis eingehen und sich mit besonderem Nachdruck um Klärung und Lösungsmöglichkeiten der Sinn- und Orientierungsprobleme der Gegenwart bemühen;

2. Vergabe von Forschungsaufträgen, die geeignet sind, philosophische Erkenntnis in praktischer Absicht zu fördern;

3. Förderung der Durchführung und der Theorie Philosophischer Praxis;

4. Ausbildung von praktizierenden Philosophen;

5. Einrichtung von Weiterbildungsmöglichkeiten, um die praktizierenden Philosophen in der Ausübung ihrer Tätigkeit zugunsten der zu beratenden Menschen und Institutionen zu unterstützen und zu fördern;

6. Einleitung eines kontinuierlichen Erfahrungsaustausches aller praktizierenden Philosophen unter einander auch auf internationaler Ebene;

7. Initiierung einer wechselseitig förderlichen Zusammenarbeit der Gesellschaft mit anderen Beratungseinrichtungen, Hochschulen, Schulen, Erwachsenenbildungsinstitutionen etc.;

8. Einleitung einer kooperierenden Zusammenarbeit mit der niedergelassenen Ärzteschaft mit dem Ziel, Menschen neben der medizinischen Betreuung und Behandlung auf dem Wege des offenen, freien, vernünftigen Gesprächs Hilfe zuteil werden zu lassen.

9. Die IGPP sieht es als ihre Aufgabe an, in Kooperation mit Organisationen der akademisch-universitären Philosophie Möglichkeiten und Erfordernisse einer veränderten Philosophie-Vermittlung an der Universität zu erarbeiten, die Studierende des Faches Philosophie bereits in ersten Schritten auf die Anforderungen vorbereitet, wie sie sich im Berufsalltag des philosophischen Praktikers ergeben.

10. Die IGPP setzt sich zum Ziel, ihre Zwecke u.a. durch die Herausgabe eines internationalen Jahrbuchs zur Philosophischen Praxis zu verwirklichen. Das Herausgebergremium soll möglichst international besetzt werden.

11. Die IGPP beruft ein international zusammengesetztes “Gremium zur Entwicklung der Philosophie Philosophischer Praxis”.

§ 4 Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft in der IGPP können I.) juristische und II.) natürliche Personen erwerben.

Zu II.) gehören ordentliche (reguläre und praktizierende) sowie außerordentliche (beratende und fördernde) Mitglieder.

I.) Gesellschaften als Mitglieder

Die Gesellschaften für Philosophische Praxis sind vorrangig eingeladen, sich der IGPP kooperativ anzuschließen. Darüber hinaus können Gesellschaften (Vereine) die Mitgliedschaft der IGPP erwerben, deren satzungsgemäße Zwecke mit den Intentionen der IGPP zusammenstimmen. Ihre Mitsprache- und Entscheidungsrechte nehmen die jeweiligen Vorstandssprecher – oder aber eigens gewählte Vertreter – der beigetretenen Gesellschaften wahr.

II.1) Ordentliche Mitglieder

a) Reguläre Mitglieder

Um die ordentliche (reguläre) Mitgliedschaft kann sich jeder bewerben, der die Ziele der IGPP bejaht, über ein philosophisches – oder über ein vergleichbar relevantes – Hochschulstudium verfügt, bzw. zur Zeit ein solches Studium absolviert. Über die Aufnahme entscheidet der Vorstand aufgrund eines Antrags des Bewerbers.

b) Praktizierende Mitglieder

Praktizierende Mitglieder sind ordentliche Mitglieder, die nach den Ausbildungsempfehlungen der IGPP zur Führung einer Philosophischen Praxis berechtigt sind. Über die Aufnahme praktizierender Mitglieder entscheidet das Kollegium der praktizierenden Mitglieder mit Zweidrittel-Mehrheit.

Über die Aufnahme wird nicht nach berufsständischen Gesichtspunkten entschieden, sondern allein im Interesse aller, die fachkundiger, verantwortlicher Hilfe bedürfen und davor geschützt werden sollen, unsachgemäß und inkompetent beraten zu werden. Die praktizierenden Mitglieder sind befugt, in ihrem beruflichen Verkehr auf ihre Mitgliedschaft in der IGPP hinzuweisen.

II.2) Außerordentliche Mitglieder

a) Beratende Mitglieder

Das Kollegium der beratenden Mitglieder unterstützt die Arbeit der IGPP in ihrer Bemühung um die Fortentwicklung der Theorie Philosophischer Praxis und praktischer Philosophie überhaupt.

b) Fördernde Mitglieder

Die fördernde Mitgliedschaft kann jeder erwerben, der die Ziele der IGPP bejaht und sich zur Zahlung eines von der Mitgliederversammlung zu beschließenden Mindestbeitrages verpflichtet.

Insgesamt kann jeder die Mitgliedschaft beantragen, der die Ziele der IGPP bejaht. Ein Mitglied kann jederzeit ausscheiden; eine Begründung des Austritts-Beschlusses ist nicht erforderlich. – Ein Entzug der Mitgliedschaft wird in begründeten Fällen durch die ordentliche Mitgliederversammlung entschieden.

Alle Mitglieder der IGPP werden schriftlich vom Vorstand zu allen offenen Veranstaltungen der IGPP eingeladen. Darüber hinaus werden sämtliche Mitglieder zur alle drei Jahre einzuberufenen Hauptversammlung der IGPP eingeladen. Die Hauptversammlung – als Versammlung der ordentlichen und außerordentlichen Mitglieder – soll die Möglichkeit bieten, die jeweils zurückliegende Tätigkeit der Gesellschaft zu diskutieren und langfristige Pläne und Vorhaben zu erörtern.

§ 5 Organe der Gesellschaft

1. Die Mitgliederversammlung

Mindestens einmal im Jahr hält die IGPP eine Mitgliederversammlung ab, zu der alle ihr angeschlossenen Gesellschaften zur Philosophischen Praxis sowie alle Mitglieder eingeladen werden. Die fördernden Mitglieder haben darin Diskussions- und Informationsrecht, aber kein Stimmrecht.

Ort und Termin dieser Versammlung werden vom Vorstand bestimmt. Die Einladung erfolgt schriftlich mindestens vier Wochen vor dem Termin. Der Vorstand muß innerhalb von zwei Monaten eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, wenn mindestens 20 % der ordentlichen Mitglieder diese schriftlich beantragen. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung ist bei Anwesenheit von 20 % der ordentlichen Mitglieder beschlußfähig.

Die Mitgliederversammlung hat folgende Aufgaben:

a) Entgegennahme und Diskussion des Tätigkeitsberichts über das abgelaufene Jahr.

b) Genehmigung der Rechnung für das abgelaufene Jahr und Entlastung des Vorstands.

c) Im Zwei-Jahres-Turnus: Abberufung und Wahl des Vorstands.

d) Planung für das kommende Jahr.

e) Wahl eines Rechnungsprüfers für das kommende Jahr.

f) Festsetzung des Mindest-Mitgliedsbeitrages für die ordentlichen und fördernden Mitglieder.

g) Bestätigung der Aufnahme neuer ordentlicher (regulärer) Mitglieder und Entzug der Mitgliedschaft in begründeten Fällen.

h) Beschluß über Erstellung und Änderung der Ausbildungsempfehlungen.

i) Wahl der nicht praktizierenden Mitglieder des “Kollegiums der praktizierenden Mitglieder”.

Zur Entscheidung dieser Aufgaben (a bis i) genügt die einfache Mehrheit der anwesenden Mitglieder; die Mitgliederversammlung ist beschlußfähig, wenn mindestens sieben Mitglieder anwesend sind.

k) Beschlußfassung über Satzungsänderungen oder die Auflösung der Gesellschaft. Beide Beschlüsse sind nur mit Zweidrittel-Mehrheit der anwesenden, stimmberechtigten Mitglieder herbeizuführen.

Darüber hinaus beschäftigt sich die Mitgliederversammlung mit allen Fragen, die nach Erachten des Vorstands der Mitgliederversammlung zur Entscheidung vorgelegt werden sollen.

2. Der Vorstand

a) Der leitende Vorstand

Der Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden, seinem Stellvertreter und dem Schatzmeister und kann um bis zu drei Mitglieder erweitert werden. Die Vorstandsmitglieder werden von der Mitgliederversammlung mit einfacher Mehrheit für die Dauer von zwei Jahren gewählt. Die schriftliche Wahl ist erforderlich, wenn dies ein Mitglied verlangt.

Jedes leitende Vorstandsmitglied ist einzeln berechtigt, die Gesellschaft gerichtlich und außergerichtlich zu vertreten. Der Vorstand übt seine Tätigkeit ehrenamtlich aus. Die ihm entstehenden Unkosten werden erstattet.

Der Vorstand entscheidet über die Aufnahme ordentlicher (regulärer) und fördernder Mitglieder. Der Vorstand entscheidet auch über die Fragen, die der Mitgliederversammlung – zusätzlich zu ihren Aufgaben – zur Entscheidung vorgelegt werden sollen. Im Vorstand soll mindestens ein praktizierendes Mitglied vertreten sein.

b) Der erweiterte Vorstand

Der Vorstand wird erweitert durch ein assoziiertes Vorstandsmitglied, das insbesondere die Aufgabe übernimmt, die internationalen Kontakte der IGPP zu pflegen.

Außerdem gehören die Vorstandsvorsitzenden der beigetretenen Gesellschaften (beziehungsweise deren Vertreter) zum erweiterten Vorstand der IGPP.

3. Das Kollegium der praktizierenden Mitglieder

Es besteht aus allen praktizierenden Mitgliedern, drittelparitätisch verstärkt durch Vertreter der ordentlichen bzw. außerordentlichen sowie der in Ausbildung befindlichen Mitglieder. Das Kollegium tritt nach Bedarf, aber mindestens einmal im Jahr zusammen. Seine Aufgaben sind:

a) Organisation, Durchführung und Beratung der Ausbildungsempfehlungen.

b) Entscheidung über die praktizierende Mitgliedschaft.

c) Entscheidung über den begründeten Entzug der praktizierenden Mitgliedschaft. Diese Entscheidung muß vor der Mitgliederversammlung vertreten und gerechtfertigt werden. Gegen eine solche Entscheidung kann die Mitgliederversammlung mit Zweidrittel-Mehrheit verbindlich Widerspruch einlegen.

Alle Entscheidungen des Kollegiums der praktizierenden Mitglieder werden mit Zweidrittel-Mehrheit gefaßt. – Wenn es sinnvoll erscheint, kann das Kollegium Teile seiner Aufgaben an Ausschüsse, die aus mindestens drei praktizierenden Mitgliedern bestehen müssen, delegieren.

§ 6 Die Mittel

Die IGPP ist selbstlos tätig, sie verfolgt nicht bzw. nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Die Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus den Mitteln des Vereins. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Gesellschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden. Die Ausbildung praktizierender Mitglieder kann durch die IGPP finanziell gefördert werden.

§ 7 Das Geschäftsjahr

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

§ 8 Auflösung der Gesellschaft

Die Vermögenswerte der Gesellschaft sind im Falle der Auflösung oder bei Wegfall ihres bisherigen Zweckes oder im Falle der Aufhebung der Gesellschaft in das Eigentum der Studienstiftung des Deutschen Volkes zu überführen, die sie unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke zu verwenden hat.